Kleinwaffenkongress „Zielscheibe Mensch“

10. Juni 2013

Villinger Erklärung: Damit der Mensch nicht länger Zielscheibe ist.

Laut dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) sterben täglich rund 2.000 Menschen durch Waffengewalt, der größte Teil durch sogenannte „Kleinwaffen“. Diese Massenvernichtungswaffen des 21. Jahrhunderts töten, verletzen, traumatisieren für das restliche Leben und führen zur Zerstörung gesellschaftlicher Strukturen. Deutschland trägt als der drittgrößte Kleinwaffenhersteller und -exporteur daran eine maßgebliche Verantwortung. Führend ist dabei die Oberndorfer Waffenschmiede Heckler & Koch. Der Kleinwaffen-Epidemie muss entschieden Einhalt geboten werden.

Wir Organisator_innen des Kongresses „Zielscheibe Mensch“ („Human Target“) freuen uns deshalb über den großen Zuspruch unserer internationalen viertägigen Zusammenkunft in Villingen-Schwenningen. 300 Teilnehmer_innen aus 28 Staaten tauschten sich intensiv über die verheerenden körperlichen und seelischen Folgen von Kleinwaffen aus. Entgegen ihrem harmlos wirkenden Namen verursachen „Kleinwaffen“ großes Leid. In Vorträgen, Diskussionen und 25 Workshops informierten wir uns zusätzlich über die politischen, ökonomischen und psychologischen Ursachen des globalen Kleinwaffenhandels. Kongressteilnehmer_innen berichteten anhand berührender Bilder, wie sie sich weltweit um die Opfer sorgen. Andere schilderten mit bewegenden Beispielen, wie sie die Produktion, die Weitergabe oder den Einsatz von Kleinwaffen bekämpfen. Ihr Engagement ermutigt jeden Einzelnen von uns, in Zukunft den Opfern des Waffenhandels weltweit eine Stimme und den Tätern Name und Gesicht zu geben. Wir gehen gestärkt nach Hause – und bekräftigen zum Abschluss des Kongresses:

  • Wir wollen eine Welt ohne Waffen und fordern von unseren Politikern und Politikerinnen, die Produktion und den Handel mit Waffen zu stoppen anstatt ihn zu fördern.
  • Wir begrüßen vertragliche und gesetzliche Zwischenschritte, die uns diesem Ziel näher bringen.
  • Wir wollen, dass statt Waffen sozial sinnvolle und umweltverträgliche Güter hergestellt werden, und unterstützen entsprechende Initiativen zur Rüstungskonversion.
  • Wir machen weiterhin das Leid der Opfer sichtbar und weigern uns, es im Schatten ökonomischer und machtpolitischer Interessen zu vergessen.
  • Wir verabreden auf nationaler und internationaler Eben weiter und verstärkt zusammenzuarbeiten.
  • Wir stellen uns der Produktion, dem Handel und dem Einsatz von Kleinwaffen in den Weg.
  • Wir setzen uns ein für eine Kultur des Friedens, in der Gewalt kein Mittel zur Durchsetzung unserer Interessen ist – weder auf zwischenmenschlicher noch auf zwischenstaatlicher Ebene.

IPPNW Deutschland, Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!

Die Villinger Erklärung der Veranstalter – IPPNW und Aktion Aufschrei – zum Kongress finden Sie hier als PDF.

Die IPPNW-Pressemitteilung „Frieden und Freiheit lassen sich nicht mit Waffen erzwingen“ können Sie nachlesen unter http://www.ippnw.de/presse/presse-2013/artikel/ced5054375/frieden-und-freiheit-lassen-sich-nic.html

Kongress-Dokumentation
Wer nicht beim Kongress dabei sein konnte oder sich noch einmal einzelne Beiträge ansehen möchte: Erste Videos und Powerpoint-Präsentationen sind auf der Homepage verfügbar.
Die Seite wird fortlaufend aktualisiert. http://www.zielscheibe-mensch.org/dokumentation.html