WILPF-Erklärung zum 66. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki

6. August 2011

Am 6. und 9. August 1945 warfen die Vereinigten Staaten eine Atombombe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki. WILPF bedauert diese Anschläge und gedenkt der Opfer dieser Gräueltaten jedes Jahr. Im März diesen Jahres drückte WILPF auch seine Trauer über den Verlust von Menschenleben und die Zerstörung in Japan aus, die im Zuge der Katastrophe im Fukushima Dai-ichi Atomkraftwerk stattfanden. Es ist eine schreckliche Tragödie, dass die Nation, die bereits einen Angriff mit Atomwaffen überstanden hat, heute erneut Strahlenbelastung und Vergiftungen ausgesetzt ist.

Die Entwicklung, Herstellung, Prüfung, Bereitstellung und Weitergabe von Atomwaffen hält bis heute an. Die Bedrohung durch den Einsatz dieser Waffen besteht nach wie vor. Das Wettrüsten geht weiter.

Alle Staaten, die derzeit über Kernwaffen verfügen, planen diese Waffen in den kommenden Jahrzehnten zu modernisieren. Die Obama-Regierung hat sich verpflichtet 185.000.000.000 $ in den nächsten 20 Jahre zu investieren, um die US-Atomwaffen und Trägersystemen sowie die Einrichtungen, die diese Waffen bauen, zu modernisieren. Obama machte diese Zusage im Gegenzug zur Ratifizierung des neuen Strategic Arms Reduction Treaty mit Russland durch den US-Senat. Für einen minimalen Rüstungskontrollvertrag, hat die Verwaltung im Wesentlichen die Möglichkeit einer nuklearen Abrüstung für die absehbare Zukunft aus der US-Agenda gestrichen. Dies ermöglicht den anderen Staaten ihre Atomwaffen zu behalten bzw. für wieder andere, sie überhaupt erst zu erwerben.

Der Einsatz für weitere Investitionen in Atomwaffen kommt zu einer Zeit der globalen Wirtschaftskrise. Es ist ein klassisches Beispiel verschwendeter finanzieller und personeller Ressourcen. Das Geld und der wissenschaftliche Aufwand könnten besser für die Schaffung von Arbeitsplätzen, den Bau von Häusern und Schulen, Gesundheitswesen, Entwicklung von Technologien für erneuerbare Energien und vieles mehr verwendet werden.

Atomwaffen existieren nicht in einem luftleeren Raum. Sie sind von Natur aus auf die Steigerung der Unternehmensgewinne gerichtet und über die Sicherheit der Menschen gestellt, fördern politische Korruption, Geheimhaltung und Umweltzerstörung, verursachen negative Auswirkungen auf die Gesundheit des menschlichen Körpers, vor allem der Frauen und gefährden die menschliche Sicherheit, die kollektive internationale Sicherheit sowie den Frieden.

Viele Regierungen rechnen den Atomwaffen immer noch einen politischen und wirtschaftlichen Nutzen zu. Dies muss durch die Demontage des Mythos von der nuklearen Abschreckung und durch Hervorheben der Unvereinbarkeit von Atomwaffen mit dem internationalen Recht beseitigt werden.

WILPF fordert alle Atomwaffenbesitzer dazu auf Pläne für die Modernisierung ihrer Atomwaffen, Liefersysteme und der dazugehörigen Infrastruktur im Glauben an eine atomwaffenfreie Welt und als Schritt in Richtung der nuklearen Abrüstung einzustellen.

WILPF fordert diese Regierungen auf ihre Finanzmittel für Atomwaffen umzuverteilen, um stattdessen Mensch und Umwelt gerecht zu werden und eine Politik zu verfolgen, die im Einklang mit der Erreichung der nuklearen Abrüstung ist.

WILPF möchte auch seine Solidarität mit den Menschen in Ganjeong, Südkorea ausdrücken, in ihrem Kampf gegen den Bau eines militärischen Stützpunktes, der US-Aegis Zerstörer und Raketenabwehrsysteme beherbergen soll. Militärbasen sind eine sichtbare Struktur des Militarismus und des Imperialismus, sie untergraben jeglichen konstruktiven Formen der internationalen Zusammenarbeit und Engagements und halten Militarismus und Militärausgaben aufrecht. Am 6. August 2011 steht WILPF mit den Dorfbewohnern und ihren internationalen Unterstützern vor der Macht des Militärs , um ihre Heimat, den Lebensunterhalt, die Umwelt und den Frieden zu schützen.