Peking+25 / 20 Jahre 1325

Der „Peace Train“ nach Peking, 1995

25 Jahre Pekinger Aktionsplattform und 20 Jahre Resolution 1325 „Frauen, Frieden und Sicherheit“

25 Jahre nach der 4. Weltfrauenkonferenz und Aktionsplattform in Peking erfolgt mit der generationenübergreifenden UN-Kampagne „Generation Equality“ ein neuer Schritt in Richtung Gleichheit für alle.

Im Jahr 2020 geht es nicht nur um die Überprüfung der Umsetzung des Abschlussdokuments der Pekinger Aktionsplattform 1995. Es wird auch danach gefragt, welche neuen Ziele es in Bezug auf Gleichberechtigung gibt – wie zum Beispiel Klimaschutz, Künstliche Intelligenz und neue Formen von Arbeit – und wie mehr Menschen auf der ganzen Welt an den politischen Prozessen beteiligt werden können?

Bereits 1995 waren wir von der IFFF in Peking präsent. Zusammen mit mehr als 200 Frauen reisten wir im „Peace Train“ von Helsinki nach Peking, um uns für Gleichberechtigung und Frieden einzusetzen. Insbesondere das Schwerpunktthema „Frauen und bewaffnete Konflikte“ war schon in Peking für uns von besonderer Bedeutung. 5 Jahre später wurde es mit der Verabschiedung der Resolution 1325 „Frauen, Frieden und Sicherheit“ von der UN offiziell gewürdigt.

Generation Equality: ein Überblick

Um den Stand der Umsetzung des Pekinger Abschlussdokuments zu überprüfen, mussten alle UN-Mitgliedsstaaten 2019 einen Bericht über die aktuelle Situation im Land in Bezug auf Frauenrechte und Gleichberechtigung einreichen. Hier gibt es den Bericht der deutschen Bundesregierung (in Englisch).

Anschließend ist die Zivilgesellschaft dazu aufgerufen worden, die Berichte zu kommentieren, auf Lücken hinzuweisen und neue Forderungen zu formulieren. Auch wir, Mitglieder der IFFF, haben eine Stellungnahme zu 25 Jahren Pekinger Aktionsplattform veröffentlicht.

Um der Zivilgesellschaft weitere Handlungsmöglichkeiten zu eröffnen, bietet die UN-Kampagne „Generation Equality“ neue Mitmach-Möglichkeiten, wie globale Foren in allen Weltregionen, unterschiedliche Arbeitsgruppen und regelmäßige Online-Meetings.

Die unterschiedlichen Arbeitsgruppen werden von UN Women in ihrer Arbeit begleitet und unterstützt. Es gibt eine Core Group, eine Civil Society Advisory Group und ein Multi-Stakeholder Steering Committee. Außerdem gibt es eine Civil Society Strategic Planning and Leadership Group und eine Youth Task Force für die Belange der jüngeren Generation.

Die Zivilgesellschaft hat darüber hinaus die Möglichkeit Action Coalitions mit Mitgliedstaaten, Frauenorganisationen, dem Privatsektor und UN-Einheiten zu gründen. Die Aktionskoalitionen werden offiziell im Juli 2020 in Paris gegründet und während der UN-Generalversammlung im September 2020 weiter ausgebaut. Jede Aktionskoalition entwickelt zu einem der sechs Schwerpunktthemen gezielte Forderungen und Lösungsvorschläge:

  • Geschlechtsbasierte Gewalt
  • Wirtschaftliche Gerechtigkeit und Rechte 
  • Körperliche Autonomie sowie sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte 
  • Feministisches Handeln für Klimagerechtigkeit 
  • Technologie und Innovation für die Gleichstellung der Geschlechter 
  • Feministische Bewegungen und Führung

Leider gehört unser Schwerpunktthema „Frauen, Frieden und Sicherheit“ nicht zu den sechs Bereichen für die Aktionskoalitionen. Wir fordern deshalb gemeinsam mit vielen weiteren Frauenorganisationen und Frauen- und Menschenrechtsaktvist*innen, dieses wichtige Thema auf die Agenda zu setzen und haben einen Offenen Brief der „Beijing+25 Women and Peace and Security – Youth and Peace, and Security Action Coalition“ an die Kerngruppe des „Generation Equality“ Global Forums mitunterzeichnet.

Die Vorbereitungen für die Schaffung der Aktionskoalitionen hat bereits begonnen. In vorangegangen Foren, die in allen Weltregionen stattfanden, wurden bereits erste Forderungen von Frauen- und Menschenrechtsaktivist*innen formuliert. Für die IFFF/WILPF war Heidi Meinzolt am Peking+25 UNECE Regionaltreffen in Genf beteiligt. Durch den Ausbruch von COVID-19 fand die 64. Sitzung der Frauenrechtskommission nur an einem Tag im UN-Hauptquartier in New York statt. Ohne breite Beteiligung der Zivilgesellschaft wurde eine politische Erklärung verabschiedet. Zurzeit arbeiten wir mit WILPF-Mitgliedern aus anderen Ländern an einer Stellungnahme dazu. Die geplanten Peking+25 Foren in Mexiko-Stadt und Paris wurden auf unbekannte Zeit verschoben.

Wichtige Termine 2019-2020:

Friede & Freiheit 2020

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