13. Juli 2018

„Rebellinnen gegen den Krieg“ – Anita Augspurg-Preis

Am 21. September 2018 verleiht die IFFF/WILPF zum zweiten Mal den „Rebellinnen gegen den Krieg“-Anita Augspurg Preis im Rathaus zu Verden. Preisträgerin ist in diesem Jahr die armenische Menschenrechtsaktivistin Gulnara Shahinian. Die Preisverleihung wird begleitet von einem Rahmenprogramm in Hamburg mit internationalen Teilnehmerinnen.

Programm

Freitag, 21.09.2018 ab 18:00, Rathaus Verden

  • Musikalische Einführung
  • Begrüßung durch Bürgermeister Lutz Brockmann und Gleichstellungsbeauftragte Annika Meinecke
  • Kurzfilme von Schüler*innen der Oberschule Verden
  • Laudatio: Heidi Meinzolt, IFFF
  • Dankesrede von Gulnara Shahinian
  • Chor der Kreismusikschule »Sing Art«
  • Eintrag in das »Goldene Buch« der Stadt Verden
  • Musikalischer Ausklang und Veranstaltungsende mit Gesprächen bei Sekt und Selters

Samstag, 22.09.2018

10:00 Uhr: Treffen der internationalen Arbeitsgruppe (Women and Gender Realities in the OSCE Region)

Sonntag, 23.09.2018, hamburger frauen*bibliothek

11:00 – 13:00 Uhr: Öffentliche Veranstaltung (weitere Informationen folgen)

 

Wir freuen uns über ihre Anmeldung. Senden Sie uns ganz einfach das Anmeldeformular per Post oder per Mail (info@wilpf.de) bis zum 12. September 2018 zu.

 

Über Gulnara Shahinian, Democracy Today

Gulnara Shahinian, Berichterstatterin der UN von 2008 bis 2014 und des Europarates zu Sklaverei und Menschenhandel, Mitglied in internationalen Gremien wie GRETA, UMCOR und ILO wurde als Preisträgerin 2018 nominiert. 1951 wurde Gulnara Shahinian in Armenien geboren. Sie studierte in Yerewan, St. Petersburg, Budapest, Cambridge und Stanford USA u.a. Internationales Recht, Konfliktlösung, Genderstudies, englische und russische Sprachwissenschaften. Einen Masterabschluss hat sie in International Human Rights Law. Shahinian ist Mitglied der Expert*innengruppe gegen Menschenhandel für die Europaratskonvention und frühere UN-Sonderbeauftragte gegen alle Formen moderner Sklaverei. Sie berät internationale Gremien u.a. als stellvertretende Vorsitzende der UN Frauenrechtskommission. 2005 hatte sie den Vorsitz der Expert*innengruppe zu CEDAW und Gewalt in der Familie der UN-Kommission für den Raum Asien/Pazifik. Sie ist seit zwei Jahrzehnten im Stadtrat in Yerevan und war auch länger Vorsitzende der armenischen Frauenunion. Als Autorin zahlreicher Bücher und Artikel und setzt sie ihr theoretisches Wissen in Trainings zu Friedens-und Konfliktregelung lokal und regional in zahlreichen Netzwerken in die Praxis um.

Gulnara Shahinian gründete 1996 die armenische NGO „Democracy Today“, welche demokratische Prozesse fördert und unterstützt, die Rolle der Frauen stärkt, in den Aufbau einer geschlechtersensiblen und integrativen Gesellschaft investiert und den Schutz von Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten vorantreibt. „Democracy Today“ arbeitet insbesondere mit jungen Frauen, um sie zu fördern, ihre Rechte zu erkennen und einzufordern.

Die jüngsten politischen Ereignisse haben die Hoffnung von einem demokratischen, friedlichen und freien Armenien gestärkt. Die nächsten Wahlen finden im Herbst 2018 statt, bei denen die Frauen ihr Wahlrecht nutzen und Armenien weiter auf den Weg einer stabilen Demokratie bringen können. Im Mai 2018 war die demokratische Entwicklung des Landes in Gefahr. Panzer rollten, Militär und Polizei waren in Alarm versetzt, um Unruhen in der Bevölkerung gegen die Selbstermächtigung des Präsidenten zu bekämpfen. Die Zivilgesellschaft, vor allem Frauen, schlossen sich dem Protestmarsch der Opposition und den Demonstrationen in allen Landesteilen an. Junge Frauen von »Democracy Today« waren in vorderster Reihe der Protestketten. Schließlich zog sich das Militär zurück, die Presse, zuvor Organ der Regierungspartei, begann von einer »Samtenen Revolution der Liebe« zu schreiben. Die Frauen sind sehr stolz darauf, maßgeblich zu der Veränderung hin zur Demokratie beigetragen zu haben. Dieser Erfolg beruht vor allem auf der Arbeit von Gulnara Shahinian.

 

Gulnara Shahinian im Interview