IFFF Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit
WILPF Women's International League for Peace and Freedom

Liebe IFFF-Frauen und Freund*innen,

auf unserer Jahresversammlung Mitte Januar durfte ich ein Fünftel unserer Mitglieder begrüßen und mich über eine sehr rege und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Alt und Jung sowie Süd und Nord freuen.

Wie ihr aus den vergangenen Rundbriefen vielleicht wisst, konnten wir auf ein erfolgreiches Jahr 2019 mit vielen Veranstaltungen und politischen Verlautbarungen zurückblicken. Darunter die Vortragsreise unserer diesjährigen Preisträgerin Rasha Jarhum aus dem Jemen, welche in vielen Städten auf den Konflikt im Jemen aufmerksam machte. Das Women Vote Peace-Projekt konnten wir abschließen – es lohnt sich aber immer noch ein Blick auf die Webseite – weitere Texte und Recherchen können dort hochgeladen werden. Mit den Filmen zum Reenactement des Zürcher Kongresses 1919 „Return of the Dangerous Women“  und den Theateraufführungen „Dort kämpfen wo das Leben ist“ bleibt uns ein schönes Souvenir und wir können uns über die Vorbereitung zweier neuer Sektionen in Europa freuen (Österreich und Ungarn).

Schweren Herzens entschieden wir uns, den „Rebellinnen gegen den Krieg – Anita Augspurg-Preis“ nicht mehr jährlich, sondern im zweijährigen Turnus (im September von ungeraden Jahren) zu verleihen und das Preisgeld auf 2000 Euro herunterzusetzen. Grund dafür ist, dass die Preisvergabe sehr arbeitsintensiv ist und zu viele finanzielle Mittel bindet. Mitglieder sind weiterhin aufgerufen, eine geeignete Kandidatin vorzuschlagen, letzter Termin dafür ist der 31. Dezember in geraden Jahren (also 2020!). Auch eine Entscheidung der Jahresversammlung: den vergriffenen 100-Jahre Jubiläumsband „Frauen, Freiheit, Frieden“ könnt ihr ab sofort hier als PDF herunterladen.

Die Teilnehmer*innen der deutschen WILPF-Jahresversammlung in München.

Wir werden uns an den Aktionen gegen das gigantische Manöver Defender 2020 beteiligen, das in diesem Monat auch in Deutschland begonnen hat. Wir halten diese geplante Provokation gegen Russland eher für einen Beitrag, der U n –Sicherheit fördert und lehnen die gewaltige Verschwendung von Steuergeldern in allen NATO-Staaten grundsätzlich ab. 75-Jahre nach Hiroshima und Nagasaki müssen wir uns mit der atomaren Bedrohung auseinandersetzen, dazu habe ich der CDU-Fraktion einen Brief geschrieben.

Des Weiteren habe ich sämtlichen Mitgliedern des Verteidigungsausschusses gebeten, der Beschaffung atomwaffenfähiger Tornados nicht zuzustimmen. Dies haben bis jetzt nur die Abgeordneten der Linken versprochen. Die Grünen haben bisher nicht geantwortet. Die übrigen Schreiber*innen haben sich gegen den Begriff Aufrüstung gewehrt. CDU und FDP berufen sich auf die nukleare Abschreckung und Bündnistreue zur NATO. Die SPD-Politiker*innen stellen klar, ihre Partei habe zur nuklearen Abrüstung beigetragen, halten dennoch den nuklearen Schutzschirm für unverzichtbar und sehen kein Problem darin, wenn unsere Soldat*innen damit üben.

Passend zum Thema haben Jennifer Menninger und ich einen Artikel über Frauen in Sicherheits- und Abrüstungsgremien in der neuen ICAN-Publikation Eine feministische Kritik der Atombombe" veröffentlicht. Wir beleuchten die Gründe und Probleme der weiblichen Unterrepräsentation in diesen Bereichen. Den vollständigen Text zum Download findet ihr hier.

Trotz der negativen Einblicke oder auch gerade deshalb wünsche ich euch am 8. März einen erfolgreichen Frauen*kampftag!

Feministische Grüße

Irmgard Hofer

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Aktuelles

News aus Europa

In ganz Europa gibt es Aufrüstungsorgien von ungeheurem und unvorstellbarem Ausmaß – so das Fazit eines Beitrags von Lühr Henken auf der Münchner Antikriegskonferenz. Gezielte Tötungen weltweit aus Ramstein, Militärmanöver in ganz Mittel- und Osteuropa und dann O-Ton von der Leyen: „Meine Kommission wird eine geopolitische sein – Europa muss die Sprache der Macht lernen." Da verschlägt es uns übereinstimmend …

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Gleichberechtigung - Entwicklung - Frieden

Diese drei Schwerpunkte der Aktionsplattform von Peking, beschlossen auf der Weltfrauenkonferenz vor 25 Jahren, gilt es 2020 mit neuem Leben zu erfüllen.  Dazu gesellt sich die Verabschiedung im Jahr 2000 die VN-Sicherheitsratsresolution 1325 mit den drei „P’s“: Protektion, Partizipation und Prävention. Neun ergänzende Resolutionen folgten, u.a. zur Strafverfolgung sexualisierter Gewalt im Konflikt und „Jugend-Frieden-Sicherheit“. Damit steht eine wegweisende Frauen-Friedens-Sicherheitsagenda. Rückblickend auf die letzten 25 …

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Termine

Ausstellung: Unaufhörlich für den Frieden

Das Friedensmuseum Nürnberg zeigt vom 24. Januar bis zum 22. Juli 2020 die Ausstellung zum 100-jährigen Jubiläum der IFFF. Die Ausstellung wird von verschiedenen Veranstaltungen über die IFFF begleitet.

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IFFF-Telefonkonferenzen 2020

Für alle Mitglieder der IFFF und interessierte Personen findet vier Mal jährlich eine Telefonkonferenz statt. Diese dienen dazu, sich regelmäßig auszutauschen, gemeinsame Aktionen zu planen und aktuelle Entwicklungen zu besprechen. Insbesondere Neumitgliedern soll dieser Austausch dabei helfen, die Arbeit der IFFF kennenzulernen und aktiv zu werden. Der nächste Termin ist am 4. März um 20 Uhr.

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CSW 64 in New York

Vom 8. - 20. März 2020 findet in New York die 64. UN-Frauenrechtskommission statt. In diesem Jahr steht die Konferenz unter dem Motto 25 Jahre Pekinger Erklärung und Aktionsplattform. Die 4. Weltfrauenkonferenz in Peking im Jahr 1995 gilt als Meilenstein im Kampf für Frauenrechte. WILPF Deutschland wird in diesem Jahr in New York von Jennifer Menninger vertreten.

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Feminist Spaces in Peace and Security

Am 21.04.2020 finden in an der Hochschule Rhein-Waal in Kleve einen Workshop und eine Podiumsdiskussion zum Thema Feministische Räume in der Friedens- und Sicherheitspolitik statt.

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