IFFF Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit
WILPF Women's International League for Peace and Freedom

Liebe IFFF-Mitglieder und Unterstützer*innen,

nach einem langen Wahlkampf stehen wir nun vor einem durchwachsenen Bild des politischen Meinungsspektrums der wahlberechtigten Bevölkerung in Deutschland. Wir werden abwarten müssen, wer Deutschland in Zukunft regiert. Eins ist sicher: Feministischer wird es sehr wahrscheinlich leider nicht. Umso mehr braucht es Organisationen wie unsere, die sich für eine gerechtere und nachhaltigere Politik in Deutschland und weltweit aktiv einsetzen. Wer mitmachen möchte, ist jederzeit herzlich bei uns als Mitglied willkommen!

Ebenso wie die Parteipolitik ihren Sommer dem Wahlkampf gewidmet hat, konnte bei uns auch nicht von Sommerpause die Rede sein. Wir waren sehr aktiv und können vieles berichten:

Der "Rebellinnen gegen den Krieg – Anita Augspurg Preis" wurde an die griechische Menschenrechtsaktivistin Efi Latsoudi verliehen. Wir haben unseren ersten Policy Brief "Wie militarisiert ist die deutsche Außenpolitik?" in Kooperation mit dem Centre for Feminst Foreign Policy veröffentlicht. Es gibt jetzt bereits vier spannende Folgen unseres Podcasts "Peace on Air". Zusammen mit dem Frauennetzwerk für Frieden haben wir uns mit der Social Media Kampagne #votepeace in den Bundestagswahlkampf eingemischt und eine Stellungnahme zur aktuellen Situation in Afghanistan veröffentlicht.

Das alles und vieles mehr gibt es dieser Rundbrief-Ausgabe. Wir wünschen viel Inspiration beim Lesen.

Alles Liebe,
euer Vorstandsteam

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Aktuelles

Preisverleihung und Informationsreise mit Efi Latsoudi

Am 10.09.2021 vergab die Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit den „Rebellinnen gegen den Krieg – Anita-Augspurg Preis“ an die Griechin Efi Latsoudi, die sich seit vielen Jahren für geflüchtete Menschen auf der Insel Lesbos einsetzt.

Mit der von ihr mitbegründeten Organisation Lesvos Solidarity entstand ein Netzwerk von Menschen, die sich gemeinsam für ein Leben in Würde und Menschlichkeit engagieren. Einwohner*innen der Insel und Geflüchtete schufen zusammen das Pikpa-Camp, indem besonders verletzliche Menschen (Schwangere, unbegleitete Kinder, sehr alte Menschen und Menschen mit Behinderung) untergebracht wurden. Von 2012 bis zum Oktober 2020 bestand diese Anlage, dann wurde sie von den griechischen Behörden geschlossen. Seitdem versuchen die Aktivist*innen eine neue Bleibe für ihre Arbeit zu finden.

Die Stadt Verden richtete die Preisverleihung im Dom aus. Pastor Möring hatte aufgrund der Coronamaßnahmen den schönen großen Raum zur Verfügung gestellt. Es war ein besonderer Rahmen, in dem die Würdigung stattfinden konnte. Frau Daniela Behrens, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung in Niedersachsen, brachte Grußworte und Herr Bürgermeister Lutz Brockmann hieß uns zur vierten Preisverleihung herzlich willkommen. Die IFFF freut sich besonders, dass in Verden ein Anita-Augspurg-Verein gegründet wurde.

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten der Stadt Verden für ihre großzügige Unterstützung!

Bild: Bürgermeister Lutz Brockmann, Preisträgerin Efi Latsoudi, Co-Vorsitzende der IFFF Marieke Fröhlich, Laudatorin Madita Standke-Erdmann, Ministerin Daniela Behrens (v. links)

Im Anschluss an die Preisverleihung fand eine Informationsreise durch Deutschland statt. Efi Latsoudi war in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt (Main) zu Besuch. Die Ziele dieser Reise waren das persönliche Kennenlernen, das Teilen von Wissen über die europäische Politik an den Außengrenzen und die Vernetzung von Akteur*innen aus der Menschenrechts- und Geflüchtetenbewegung. Es wurde auch die Gelegenheit genutzt, um Politiker*innen zu treffen, die sich für die Rechte von Geflüchteten einsetzen.

Bild: Bürgermeisterin der Stadt München Verena Dietl mit Efi Latsoudi am 15.09.2021 vor dem Sitzungssaal im Rathaus.

Efi Latsoudi wurde nicht müde, die Abschreckungspolitik der EU am Beispiel der Lager auf Lesbos zu kritisieren und eine menschenwürdige Unterbringung Geflüchteter anzumahnen. Viele Bekannte und Freund*innen oder Menschen, die über Lesbos nach Deutschland gekommen sind oder schon auf der Insel mitgearbeitet hatten, hießen sie an den jeweiligen Standorten herzlich willkommen. Es wurden mit ihr auch zahlreiche Interviews geführt. So haben wir ein Netz weitergeknüpft. Jeder Knoten ist wichtig.

Flucht und Vertreibung sind heute die Realität von ca. 80 Millionen Menschen. Die meisten Geflüchteten kommen aus Kriegsländern, ihre Menschenrechte sind unsere Menschenrechte. Der Berichte über das neue Zeltlager auf Lesbos, auf dem Gelände eines Truppenübungsplatzes weit draußen, hat uns sehr empört. Es darf von NGOs nicht betreten werden. Nur wenige haben Zugang.

Efi Latsoudi führte in ihrer Dankesrede im Dom treffend aus: „Unsere Einstellung entspringt purem Realismus und jahrelanger Erfahrung mit Grenzrealitäten. Es gibt keine Sicherheit, die aus Schmerz und Ungerechtigkeit, aus grausamen Praktiken und Brutalität entsteht. Es gibt keine Zukunft, es sei denn, wir alle haben ein sicheres, gemeinsames Interesse an dieser Zukunft“.

- Brigitte Obermayer, IFFF-Gruppe München

Ein bebilderter Bericht ist demnächst hier auf unserer Webseite zu finden.

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Wie militarisiert ist die deutsche Außenpolitik? Ein Policy Brief

Auf Basis einer Analyse der außen- und sicherheitspolitischen Prioritäten, der Entscheidungsprozesse und des multilateralen Engagements Deutschlands aus feministischer Perspektive zeigt dieser Policy Brief vom Centre for Feminist Foreign Policy und der deutschen WILPF-Sektion auf, dass die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik von einer tief verwurzelten Militarisierung geprägt ist.

Die Publikation wurde finanziell von der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt.

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Die englische Version ist hier zu finden.

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Neue Folgen: Peace On Air

In unserem Podcast spricht Irem Erduran Demirci einmal im Monat mit einer Friedensaktivist*in. Ziel ist es, den Zusammenhang und die Bedeutung von Feminismus, Frieden und Sicherheit zu verstehen.

In den neuesten Folgen spricht Irem mit Dunia Khalil über den Zusammenhang zwischen Anti-Rassismus und Feminismus, mit Efi Latsoudi über die europäische Grenzpolitik und mit Victoria Scheyer über Feministische Außenpolitik.

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Um auf die diesjährige Bundestagswahl aufmerksam zu machen und besonders junge Wähler:innen an die Wahlurnen zu bringen, haben wir in Kooperation mit dem Frauennetzwerk für Frieden, eine Social Media Kampagne entworfen.

Social Media Kampagne zur Bundestagswahl: #votepeace

Um auf die Bundestagswahl aufmerksam zu machen und besonders junge Wähler*innen an die Wahlurnen zu bringen, haben wir, in Kooperation mit dem Frauennetzwerk für Frieden eine Social Media-Kampagne entworfen.

Zusammen analysierten wir die Wahlprogramme sechs demokratischer Parteien (CDU/CSU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und Die Frauen) hinsichtlich intersektional-feministischer Kriterien zu Themen wie zum Beispiel Abrüstung, die Umsetzung der UN-Resolution 1325, Zivile Friedensförderung und Rechtsextremismus & Waffen.

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Außenpolitik der Zukunft – eine feministische Perspektive

Zu den Möglichkeiten und Herausforderungen einer Feministischen Außenpolitik organisierte die Grüne Jugend Heidelberg am 19. September 2021 eine spannende Veranstaltung. Neben den Grünen-Politikerinnen Franziska Brandtner (Bundestag) und Dr. Pierrette Herzberger-Fofana (Europaparlament) war unsere WILPF-Mitstreiterin Marie Jelenka Kirchner als Referentin eingeladen.

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LIFEHACK PEACE #16: Ein feministischer Blick auf Rüstungspolitik

Jennifer Menninger und Victoria Scheyer sprachen gemeinsam mit Marvin Mendyka vom Netzwerk Friedenskooperative über einen intersektional-feministischen Blick auf die deutsche Rüstungspolitik.

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Statement zur aktuellen Situation in Afghanistan: Sofortige Evakuierung JETZT!

Wir fordern von der deutschen Bundesregierung und internationalen Gemeinschaft die sofortige Evakuierung von schutzsuchenden Menschen, besonders Frauenrechtsaktivist*innen, die Ermöglichung legaler Fluchtmöglichkeiten und die Zusicherung eines langfristigen Aufenthaltsstatus.

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We Give Militarism a Voice

Auf unserer Webseite gibt es einen neuen englischsprachigen Artikel von WILPF-Mitglied Susan T. Jackson über den Stellenwert und die Folgen von Militarismus:

"To understand the lasting power of the heavily militarized world system, it is crucial to untangle how we – as individuals, as countries, as a global political economy – tend to privilege militaries and why. This privileging is because we have constructed a world system in which the state is the default actor, and the primary goal of the state is the aim to remain sovereign at any cost."

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Termine

Online-Treffen für Mitglieder

Unsere aktiven Mitglieder treffen sich regelmäßig online, um gemeinsam neue Ideen, organisatorische Fragen und aktuelle Aktivitäten zu besprechen. Das nächste Treffen ist am 10. November 2021 um 20 Uhr. Für die Teilnahme meldet euch bitte bei unserer Geschäftsführerin Jennifer Menninger an: info@wilpf.de

Unsere Young WILPF Deutschland-Gruppe trifft sich jede zweite Woche, montags, um 19 Uhr. Das nächste Mal am 11. Oktober 2021. Wer dabei sein möchte, kann sich bei Anna Hauschild und Meike Fernbach anmelden: young@wilpf.de

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IPB World Congress 2021

Das International Peace Bureau (IPB) veranstaltet den zweiten Weltfriedenskongress "(Re) Imagine our World: Aktion für Frieden und Gerechtigkeit" am 15.-17. Oktober 2021 in Barcelona.

Mitglieder von der deutschen und spanischen WILPF-Sektion werden zwei Workshops leiten.

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Save the Date:

Disarmament and Climate Justice. Connecting the dots

Eine Gruppe Young WILPF Mitglieder organisiert am 27.-28. November 2021 eine englischsprachige Online-Veranstaltung, bei der es um die Verknüpfung zwischen Abrüstung und Klimagerechtigkeit gehen wird.

Die zweitägige Konferenz bietet verschiedene Workshops, Gesprächsrunden und Vorträge an. Außerdem sollen, mit Hilfe von kreativen Social-Media-Werkzeugen, die Teilnehmer*innen die Möglichkeit bekommen, untereinander Kontakt zu knüpfen.

Weitere Informationen werden bald auf unserer Webseite bekannt gegeben.

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