Preisträgerin 2026: Asjad Alnoo aus dem Sudan

Der Rebellinnen gegen den Krieg – Anita Augspurg-Preis 2026 wurde in Kooperation mit der Stadt Verden an die Menschen- und Frauenrechtsaktivistin und Peace Builderin Asjad Alnoo verliehen.

Asjad Alnoo studiert an der Universität in Khartoum und wird schon früh durch ihre Arbeit mit jungen Menschen für Menschenrechte und Frauenrechte als Menschenrechte sensibilisiert. Mit dem Aufkommen der Revolution wird sie Mitglied des sudanesischen Widerstandskomitees und nimmt trotz der massiven Risiken eine Führungsrolle im Widerstand ein. Nach der Niederschlagung der Proteste interviewt sie über 100 Frauen in Khartoum für das Projekt „Untold Stories of Women Participation in Sudanese Revolution“ und trägt so zur wichtigen Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen bei, auf deren Grundlage 2021ein Advocacy-Plan zur Aufwertung der Erfahrungen von Frauen und zur Neupositionierung der Frauenagenda im Sudan entworfen wird.

2020 richtet sie die Diskussionsplattform „Sudanese Feminists“ ein,  auf der junge Frauen und Mädchen sich über Geschlechtergerechtigkeit austauschen konnten – ein Thema, das erst durch die Revolution mehr Raum in der Öffentlichkeit fand.

Nach dem Putsch 2022 im Sudan kommt Asjad nach Deutschland und führt dort ihr Engagement fort. Sie geht zurück in den Südsudan, um dort Jugend-Empowerment-Netzwerke aufzubauen und muss 2023 ein zweites Mal nach Deutschland fliehen. Seitdem setzt sie sich aus Europa für Frieden im Sudan ein, fordert lautstark die Achtung der Menschenrechte, mobilisiert für Proteste und organisiert Friedensdialoge in Zusammenarbeit mit anderen sudanesischen Aktivist*innen. Sobald es möglich ist, möchte sie zurück in den Sudan, um sich dort weiter für die Situation von Frauen und Mädchen starkzumachen und sich für das Empowerment junger Menschen einzusetzen.

Der Schwerpunkt von Asjads Arbeit liegt darauf, Frauen und junge Menschen dabei zu unterstützen, sich sinnvoll an Friedensprozessen zu beteiligen, Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren und lokale Initiativen zu stärken, die die Sicherheit in den Gemeinden und eine inklusive Führung fördern. Dafür hat sie eng mit verschiedenen Frauennetzwerken, Angehörigen von Opfern des Verschwindenlassens und Basisorganisationen zusammengearbeitet, um den Gemeinschaften, die am stärksten vom Konflikt betroffen sind, mehr Gehör zu verschaffen. Durch Lobbyarbeit, Dokumentation und die Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Partnern setzt sie sich für Gerechtigkeit, Rechenschaftspflicht und eine friedliche Zukunft für den Sudan ein.

Presse und Formate zu und mit Asjad Alnoo

 

Blickwechsel Sudan (3/4): Der Blick der Menschen im Land
Evangelische Akademie zu Berlin (via YouTube)

19. Juni: Internationaler Tag der Beseitigung sexualisierter Gewalt in Konflikten
IFFF-Lokalgruppe München via RadioLora

Rebellin gegen den Krieg: Sudanesin erhält Anita-Augspurg-Preis
Weser Kurier

Rebellin gegen den Krieg: Asjad Alnoo
Barbara Lochbihler

Was macht eine Rebellin gegen den Krieg aus?
Pressenza

Auf Englisch:

What Makes a Rebel Against War?
WILPF International

Asjad Alnoo awarded Anita Augspurg Prize for peace and women’s rights
borderline europe – Menschenrechte ohne Grenzen e.V. (via Facebook)

Die Preisverleihung:

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Der Tag der Preisverleihung am 4. September 2026, begann mit einem Activist Exchange im Rathaus Verden, die sich in vertraulichem Rahmen über die Situation im Sudan und Möglichkeiten des Engagements in Deutschland austauschen konnten. Im Anschluss führte die Preisträgerin Interviews mit der lokalen Presse, um von ihrer Arbeit zu berichten.

Am Abend fand die feierliche Preisverleihung im Dom zu Verden statt. Er befindet sich direkt neben dem Elternhaus Anita Augspurgs, einer Mitgründerin der WILPF. Der Preis wurde von unseren Ko-Vorsitzenden Mariana Lechterbeck und Johanna Braun verliehen.

In ihrer Dankesrede zeigt Asjad Alnoo noch einmal mehr, dass wir mit ihr eine tolle Rebellin gegen den Krieg gefunden haben, als sie sagt:

“Gegen den Krieg zu rebellieren bedeutet nicht nur, sich zu weigern, zu den Waffen zu greifen.
Manchmal bedeutet es, dass eine Frau sich für das Leben entscheidet – an einem Ort, an dem
Gewalt versucht, den Tod aufzuzwingen.
Sich für Solidarität zu entscheiden, wenn der Krieg die Menschen auseinandertreibt.
Sich für den Dialog zu entscheiden, wenn Hass der einfachere Weg ist.
Und weiterhin Gerechtigkeit einzufordern, auch wenn es so aussieht, als würde niemand zur
Rechenschaft gezogen werden.”

 

Mehr zur Preisverleihung: