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Feministische Perspektiven auf Kriegsdienstverweigerung: WILPF beim Bundeskongress der DFG-VK

Auf dem Bundeskongress der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) in Stuttgart hat WILPF Deutschland-Mitglied Theresa Weigel im Rahmen der Young WILPF Kampagne „Kein Feminismus in Uniform“ mit Clara Meier, Referentin für Kriegsdienstverweigerung der DFG-VK, über feministische Perspektiven auf Kriegsdienstverweigerung gesprochen.

Ein Bericht von WILPF-Vorstandsmitglied Theresa Weigel

Unter dem Motto „Friedensfähig statt kriegstüchtig“ kamen vom 23. bis 25. Oktober über 100 Delegierte und Gäste zum 25. Bundeskongress der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) in Stuttgart zusammen. Am Sonntag waren wir mit dabei: Theresa Weigel von Young WILPF mit unserer Kampagne „Kein Feminismus in Uniform“, sprach mit Clara Meier, Referentin für Kriegsdienstverweigerung bei der DFG-VK, über feministische Perspektiven auf Kriegsdienstverweigerung.

WILPF Deutschland und die DFG-VK sind seit vielen Jahren gemeinsam in Friedensbündnissen aktiv. Zuletzt unterstützten wir die Großkundgebung „unzwingbar“ am 2. Oktober in Berlin, bei der über 20.000 überwiegend junge Menschen gegen Krieg und Wehrpflicht auf die Straße gingen. Das Gespräch in Stuttgart knüpfte daran an.

Warum braucht Kriegsdienstverweigerung eine feministische Perspektive? Militär und Wehrpflicht beruhen auf festen Geschlechterbildern: der Mann als Beschützer, die Frau als Beschützte oder als Reserve für Pflege und Sanität. Wer verweigert, stellt nicht nur den Dienst an der Waffe infrage, sondern auch diese Rollen. Gleichzeitig wird die Debatte um eine Wehrpflicht für Frauen zunehmend als Gleichstellungsfrage geführt. Eine feministische Perspektive macht außerdem sichtbar, was Militarisierung im Alltag bedeutet, etwa für Care-Arbeit und soziale Sicherheit, wenn Milliarden in Aufrüstung fließen.

Ein roter Faden war die Rolle der jungen Generation. Sie ist am unmittelbarsten betroffen: Seit Januar 2026 müssen alle Männer ab Jahrgang 2008 den Wehrdienst-Fragebogen ausfüllen, ab Mitte 2027 folgt die Musterung. Junge Menschen sind es auch, die gerade mit Schulstreiks und Kundgebungen wie „unzwingbar“ die Friedensbewegung neu beleben. Damit diese Energie bleibt, braucht es Räume, in denen Generationen voneinander lernen und in denen junge Aktivist:innen mitentscheiden. Mit diesem Anspruch hat WILPF International seinen Kongress im Juli 2026 unter das Motto „Intergenerational and Intersectional“ gestellt.

Danke an Clara und die DFG-VK für die Einladung! Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.

Theresa (links) und Clara auf dem 25. DFG-VK Bundeskongress in Stuttgart